Welche Arbeitgeber zahlen am meisten Gehalt?

Welche Arbeitgeber zahlen am meisten Gehalt?
Geld ist zwar nicht alles, aber das Gehalt dennoch ein wichtiger Faktor bei die Wahl des Arbeitgebers. Hier erfährst du, wie die Höhe deines Gehalts beeinflusst wird und bei welchem Arbeitgeber du das meiste verdienst. 
  1. Einflussfaktoren auf dein Gehalt.

    Wie viel Gehalt du von einem Arbeitgeber erwarten kannst, hängt neben dem Beruf vor allem von drei essentiellen Faktoren ab: Der Branche, in der sich dein Arbeitgeber bewegt, der Unternehmensgröße und der Region, in der es ansässig ist. Des Weiteren kommt es drauf an, ob du ein festes Gehalt beziehst, dein Arbeitgeber an einen Tarifvertrag gebunden ist oder ob dein Einkommen durch Boni und Prämien variabel ausfällt. 

    Weitere Faktoren, die nicht direkt etwas mit dem Arbeitgeber zu tun haben, wirken sich ebenfalls darauf aus, wieviel du in deinem Job verdienst. Dazu gehört deine bisherige Berufserfahrung, dein Studium, die Höhe deines Abschlusses sowie Aufgaben und Verantwortung, die die Stelle, auf die du dich bewirbst, mit sich bringen. Außerdem zählt auch dein Verhandlungsgeschickt. Behalte aber immer im Blick: Oft sind Kollegen und die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen auf lange Sicht wichtiger als ein hohes Gehalt. 

  2. Top-Unternehmen.

    Bei diesen Unternehmen fallen die Einstiegsgehälter überdurchschnittlich hoch aus:


    Das Gesamt-Ranking der Unternehmen, die die höchsten Gehälter zahlen, findest du hier.

  3. Praxisbeispiele.

    ALDI SÜD.

    ALDI SÜD ist dafür bekannt, übertariflich zu bezahlen. Je nach Region und Position sind bei dem Discounter 40.000-50.000 Euro brutto jährlich drin. Zusätzlich winken Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie ein Dienstwagen für Filialleiter, der auch privat genutzt werden darf. Auch ein duales Bachelorstudium beim Discountriesen lohnt sich: Deine Studienkosten werden hierbei nicht nur vom Unternehmen übernommen, sondern du verdienst sogar zwischen 1.400 – 1.800 Euro monatlich, je nachdem in welchem Studienjahr du dich befindest.

    Deutsche Telekom.

    Bei der Deutschen Telekom kannst du dich auf ein Tarifgehalt verlassen. So kannst du, je nachdem in welchem Bereich du tätig bist, bei Berufseinstieg nach dem Bachelor ein Jahresgehalt von ca. 55.000 Euro brutto bei einer 38-Stundenwoche erwarten. Je besser deine Qualifikation, desto höher kannst du innerhalb der Tarifentgeltgruppen eingestuft werden. Zusätzlich bietet die Telekom viele Benefits in Sachen Gesundheitsförderung, Altersvorsorge und Weiterbildungsmöglichkeiten.

    Deloitte.

    Die Unternehmensberatung Deloitte lockt mit einem Einstiegsgehalt von rund 45.000 Euro brutto jährlich, dazu kommen prozentuale Boni und Prämien. Auch die Zusatzleistungen kommen nicht zu kurz: Neben Gesundheitsmanagement und besonderen Konditionen für Unfall- und Krankenversicherung bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern vergünstigtes Leasing von Fahrzeugen sowie moderne Firmen-Smartphones, die auch privat genutzt werden können.

     

  4. Branche.

    Zu welcher Branche eine Firma gehört, hat großen Einfluss darauf, wieviel seine Mitarbeiter verdienen. Zu den bestbezahlten Branchen zählen die Pharmaindustrie, Banken und Versicherungen, die Automobilindustrie und die Beratungsbranche – in diesen Branchen verdienst du durchschnittlich um die 50.000 Euro brutto jährlich als Einstiegsgehalt. Das bedeutet, du verdienst in diesen Bereichen bei gleichem Beruf und gleicher Position durchschnittlich fast 25 Prozent mehr als der branchenübergreifende Durchschnitt mit einem Einstiegsgehalt von ungefähr 40.000 Euro brutto jährlich. Die niedrigsten Gehälter findest du im Bereich Freizeit, Touristik, Kultur und Sport - der Gehaltsunterschied zu den Top-Branchen kann hier bei bis zu 70 Prozent liegen. 

  5. Region.

    Die Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West sowie Nord und Süd in Deutschland sind stark spürbar. Frankfurt am Main, Stuttgart und München gehören zu den Städten mit den Top-Verdienern, während in den neuen deutschen Bundesländern das Gehalt im Schnitt 20 Prozent niedriger liegt – in extremen Fällen kann der Unterschied sogar bis zu 35 Prozent betragen. Mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von ca. 46.000 Euro bildet Baden-Württemberg im Süden die Spitze der deutschen Bundesländer. Das nördliche Schlusslicht des Rankings bildet Mecklenburg-Vorpommern mit im Schnitt nur 35.000 Euro brutto Einstiegsgehalt. Die Gründe dafür sind unter anderem die regionale Wirtschaftsstruktur sowie wirtschaftliche dominante Arbeitgeber, die vorwiegend in südlichen Regionen sitzen. Aber: Die Gehaltsschwankungen zwischen den Regionen hängen auch eng mit den jeweiligen Lebenshaltungskosten sowie Immobilienpreisen zusammen, was bei der Wahl des Arbeitgebers beachtet werden sollte.  

  6. Unternehmensgröße.

    Die Größe des Unternehmens, gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter, hat ebenfalls Auswirkungen auf dein Einstiegsgehalt. Je mehr Mitarbeiter das Unternehmen hat, desto höher fällt das Gehalt in der Regel aus. In einer Firma bis 1.000 Mitarbeiter liegt das Gehalt beispielsweise etwa 10-15 Prozent höher als in kleineren Unternehmen bis 100 Mitarbeiter. Bei gleichem Job und gleichen Aufgaben verdienst du in einem Großkonzern also deutlich mehr als im kleinen Start-up, jedoch unterscheiden sich hier auch oft die Unternehmenskulturen stark voneinander.   

    Ausschlaggebend für die Höhe deines Gehalts ist ebenfalls, wie wirtschaftlich erfolgreich ein Unternehmen ist: Verzeichnet ein Arbeitgeber seit längerer Zeit ein Tief am Markt kann sich das auch auf die Höhe des Gehalts auswirken. 

  7. Geldwerter Vorteil, Boni & Prämien. 

    Beim geldwerten Vorteil handelt es sich um eine Vergütung in Form eines Sachbezuges oder einer Sachleistung, die zusätzlich zum Lohn erfolgt, jedoch nicht ausgezahlt wird. Dazu gehören zum Beispiel Leistungen wie ein Firmenwagen, Handy oder Laptop, aber auch Vergünstigungen, Gesundheitsförderung oder sogar Umzugskosten, die vom Arbeitgeber getragen werden können. Überschreiten diese Sachwerte oder Vergünstigungen einen sogenannten Rabattfreibetrag, müssen sie allerdings über die Lohnabrechnung besteuert werden.   

    Boni können grundsätzlich an alle Mitarbeiter ausgezahlt werden, unabhängig von der individuellen persönlichen Leistung, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter an den eigenen Gewinnen beteiligen möchten. Im Unterschied dazu beziehen sich Prämien immer auf die eigene Leistung und das Erreichen der Zielsetzung und dienen zur Steigerung der Arbeitsmotivation. Prämien werden meist prozentual ausgezahlt – das Gehalt bleibt somit variabel. 

    Top 100 Arbeitgeber

    Wirtschaft
    Informatik
    Naturwissenschaften
    Ingenieurwesen
    Rising Stars
    Schüler
  8. Das Tarifgehalt.

    Das Tarifgehalt basiert auf einem Tarifvertrag, der zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ausgehandelt wird. Der Tariflohn ist ein verbindlicher Mindestlohn. Wenn ein Arbeitgeber den Gehaltstarifvertrag unterzeichnet hat, darf er seinen Angestellten kein geringeres Gehalt bezahlen, als im Tarifvertrag vereinbart wurde. Wenn ein Unternehmen dem Arbeitgeberverband und der Arbeitnehmer der Gewerkschaft angehört, welche den entsprechenden Tarifvertrag abgeschlossen hat, gilt dieser automatisch. Manche Arbeitgeber vereinbaren auch sogenannte Haustarifverträge, die das Tarifgehalt individuell an das Unternehmen anpassen.

    Dabei werden verschiedene Positionen nach einem Arbeitsbewertungssystem in Hinblick auf Qualifikation und Komplexität der Aufgaben beurteilt und in bestimmte Gehaltsklassen eingeteilt, die dir schon vor dem Start in deinen neuen Job eine Übersicht über deine zu erwartende Vergütung geben.

    Was bedeutet das für dein Gehalt? In der Regel zahlen Unternehmen, die an Tarifverträge gebunden sind, besser – nämlich rund 15 Prozent. Verdient ein Wirtschaftsingenieur ca. 5.000 Euro brutto im Monat kann er sich mit einem Tarifvertrag über ungefähr 800 Euro mehr monatlich freuen.