Diese Unternehmen setzen auf Diversity.

Diese Unternehmen setzen auf Diversity.
Das Thema „Diversity“ erhält in der Arbeitswelt in Zukunft eine immer höhere Bedeutung und birgt für Unternehmen zahlreiche soziale und strategische Chancen. Wir klären, was Diversity bedeutet, wie Diversity Management funktioniert und zeigen dir die Unternehmen, die auf eine vielfältige Belegschaft setzen. 
  1. Definition Diversity Management. 

    Der Begriff „Diversity“ bedeutet übersetzt „Vielfalt“, „Diversität“ oder auch „Verschiedenartigkeit“ und bezieht sich auf die Vielfalt von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen oder mit unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit. Der Bereich Diversity Management gehört zum Personalwesen eines Unternehmens und beschäftigt sich damit, die soziale Vielfalt der Mitarbeiter zu fördern und konstruktiv für das Unternehmen zu nutzen. Dabei spielen sowohl innere Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung sowie das Vorhandensein einer Behinderung als auch äußere Faktoren wie das Freizeitverhalten, der Familienstand sowie Elternschaft eine Rolle. Kurzum: Unterschiedliche Mitarbeiter mit individuellen Hintergründen sollen durch Diversity Management nicht nur Toleranz stärken, sondern sogar strategisch zum Unternehmenserfolg beitragen. 

    Eine tolerante und integrative Personalpolitik in Unternehmen wird für potenzielle Mitarbeiter zunehmend attraktiver: Vor allem für die GenY, für die Geld eine eher untergeordnete Rolle spielt bei der Wahl von Unternehmen, ist eine multikulturelle und vielfältig aufgestellte Unternehmenskultur wichtig. Diversity und Chancengleichheit spielt für junge Arbeitnehmer bei der Arbeitgeberattraktivität also eine große Rolle. 

  2. Diversity in der Praxis: Unternehmen im Beispiel.

    Hier findest du ein Ranking der Unternehmen, die für Vielfalt in der Belegschaft bekannt sind und dafür stehen, dem Diversity Management eine hohe Bedeutung zuzuschreiben. Besonders die Automobilbranche ist zahlreich vertreten – ein paar Beispiele:

    Volkswagen.

    Volkswagen beschäftigt Mitarbeiter weltweit, allein im Stammwerk Wolfsburg arbeiten Menschen aus über 100 Nationen zusammen. Der Konzern hat die Stärkung von Diversität in der Konzernstrategie mit dem Namen „TOGETHER-Strategie 2025“ verankert, in welcher besonders auf Chancengleichheit eingegangen wird. Auf der ersten konzernweiten Diversity-Konferenz 2017 tauschten sich Diversity-Manager aller Marken und Gesellschaften zur Best-Practice im Diversity Management aus. Zusätzlich fördert der Konzern Vielfalt durch verschiedene Programme: Mit dem Mentoring-Programm Management beispielsweise werden jedes Jahr gezielt weibliche Talente gefördert und beim Aufbau eines Netzwerks unterstützt.

    Daimler.

    Auch Daimler setzt auf die Unterschiedlichkeit seiner Mitarbeiter und hat Diversity Management bereits seit 2005 in der Konzernstrategie verankert. Bei Daimler wird Diversität nicht nur toleriert, sondern gefeiert und gefördert, zum Beispiel in puncto sexueller Orientierung mit der weltweiten Daimler Pride Tour 2018 oder mit einem speziellen Angebot bezüglich Generationenmanagements. In jedem Fall: Bei Daimler wird vielfältige Erfahrung genutzt und ins Unternehmen eingebracht.

    AUDI AG.

    Auch die AUDI AG stellt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt: Seit Anfang 2017 gibt es im Personalwesen des Konzerns eine eigene Einheit für Diversity Management. Neben einem aktiven Generationenmanagement und der Förderung von Integration rund um das Thema sexuelle Orientierung und Identität macht sich das Unternehmen mit Projekten wie dem Forscherinnen-Camp oder dem Mentoring-Programm „Sie und Audi“ besonders in der Förderung von Frauen und Mädchen stark.  

  3. Ziele und Chancen von Vielfalt im Unternehmen. 

    Ziel des Diversity Managements ist es einerseits, eine positive und produktive Atmosphäre im Unternehmen zu schaffen, die soziale Diskriminierung verhindert und Chancengleichheit schafft. Andererseits bezweckt das Diversity Management, Aspekte der Vielfalt, die für das Unternehmen erfolgsrelevant sind, zu identifizieren und individuelle Kompetenzen, Eigenschaften sowie kulturelle Hintergründe kollektiv für das Unternehmen zu nutzen. Einfacher gesagt bedeutet das, dass unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Kontexten zu unterschiedlichen Lösungen kommen. Dabei wird die Gesamtheit der Mitarbeiter in ihrer Vielfalt betrachtet, in der ein hohes Erfolgspotenzial liegt – denn wenn sich Unterschiede unter einem gemeinsamen Ziel verbinden, entsteht eine Vielfalt an Ideen. So kommt nicht nur ein breites Feld an Wissen und unterschiedlichen Haltungen zusammen, sondern Mitarbeiter können auch voneinander lernen, sich gegenseitig ergänzen und zu einem heterogenen Team zusammenwachsen. 

    Zusätzlich fördern gemischte Teams und Vielfalt in der Belegschaft die Offenheit der Menschen untereinander und schaffen Raum für besonders viel Kreativität. Vielfalt fördert die Einstellung, über den eigenen Horizont hinaus zu blicken und nicht selten führt das zu zukunftsweisenden Innovationen, die einen Wettbewerbsvorteil für vielfältig aufgestellte Unternehmen darstellen. Ein weiterer Vorteil von Diversity ist die Förderung interkultureller Kompetenzen und sprachlicher Kommunikation, die auch im Umgang mit internationalen Kunden hilfreich sind. So können Unternehmen in unserer heutigen globalisierten Welt auch internationale Märkte abdecken. 

    Zusammenfassend bietet Diversity Management für Unternehmen also allerhand Vorteile:

    • Kulturelle Bereicherung für Teams durch gegenseitiges Lernen
    • Verständnis für Zielgruppen aus anderen Kulturen
    • Förderung von Innovationen durch unterschiedliche Perspektiven
    • Verbesserung des Services für Kunden
    • Aufbau von neuen Beziehungen und Kooperationen
    • Erschließung neuer Märkte  

    Top 100 Arbeitgeber

    Wirtschaft
    Informatik
    Naturwissenschaften
    Ingenieurwesen
    Rising Stars
    Schüler
  4. Umsetzung von Diversity Management im Unternehmen.

    Vielfalt in der Belegschaft lässt sich vor allem bei großen Konzernen finden, die international agieren. Diversity spielt also vor allem in der Personalpolitik der Global Player eine große Rolle. Die Maßnahmen des Diversity Managements sind dabei besonders umfangreich und umfassen verschiedene Bereiche. Angefangen bei Geschlechter-Diversität, zum Beispiel der Förderung von Frauen in Führungspositionen sowie Alters-Diversität und der Förderung älterer Mitarbeiter bis hin zu internationalem Kulturmanagement und der Schulung interkultureller Kompetenz bei Mitarbeitern. Außerdem greift Diversity Management auf allen Unternehmensebenen, wie zum Beispiel:

    • Recruiting: Erstellung von diskriminierungsfreien Stellenausschreibungen, Prüfung der bestehenden Recruitingprozesse der Firma in Bezug auf interkulturelle Befangenheit

    • Führung: Verankerung von Führungsgrundsätzen, die kulturelle Diversität berücksichtigen, bewusste multikulturelle Zusammensetzung von Teams, Führungskräfte-Coaching zu kulturspezifischen Themen

    • Personalentwicklung: Möglichkeiten für Mitarbeiter, ihre Sprachkompetenz auszubauen, Maßnahmen zur Steigerung von kultureller Diversität im Management

    • Strategische Ausrichtung: Kulturell angepasste Werbe- bzw. Kommunikationsstrategie, Bewusste Ansprache von Kunden anderer Kulturen (z. B. Ethnomarketing), Einsatz eines Diversitäts-Beauftragten innerhalb der Firma

    Die Organisation und Umsetzung von Diversity Management, Integration und Gleichberechtigung im Unternehmen fängt also schon mit kleinen Schritten an, die viel bewirken können. Mit dem Unterzeichnen der "Charta der Vielfalt", die vom Verein Charta der Vielfalt e.V. geleitet wird, erklären Arbeitgeber, dass sie Chancengleichheit für ihre Beschäftigten herstellen bzw. fördern werden. Bis 2018 wurde die Charta der Vielfalt von rund 2.700 Unternehmen unterzeichnet, darunter neben den oben genannten Organisationen zum Beispiel die Unternehmen Airbus, Porsche und ZEISS.