Einblicke vom Arbeitgeber: Deutsche Bank.

Von Judith Hölling,

Als Naturwissenschaftler in der Finanzbranche: Von seinem Karriereweg von Oxford nach Frankfurt am Main und den Voraussetzungen, die man bei der Deutschen Bank mitbringen sollte, erzählt Dr. Nicolas David im Interview.

Hallo Herr Dr. David, welche Stationen waren in Ihrer Karriere besonders wichtig?

Ich habe 2005 meine Promotion in Oxford abgeschlossen und hatte bis dahin keinerlei praktische Berührungen mit wirtschaftlichen Themen – Praktika gehörten damals noch nicht zum Standard. Der entscheidendste Schritt war für mich, dass ich mich nach meiner Promotion dafür entschieden habe, keine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, sondern in die Wirtschaft zu gehen. Ich habe sehr intensiv theoretische Physik studiert und habe mich gefragt, ob es das ist, womit ich mich den Rest meines beruflichen Lebens beschäftigen möchte.

Haben Sie sich Ihre Karrierelaufbahn so vorgestellt?

Mein bisheriger Karriereweg ist weitgehend so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich bin damals im Zinsderivate-Team der Deutschen Bank eingestiegen und dort arbeite ich heute noch, allerdings auf einem anderen Karrierelevel, als Direktor und Team-Lead. Meine jeweiligen Vorgesetzten haben meinen Karriereweg immer unterstützt – Voraussetzung dabei ist, dass man selbst auch aktiv auf neue Aufgaben und mehr Verantwortung zugeht. Meine Arbeit macht mir Spaß, ich beschäftige mich mit hochkomplexen mathematischen Modellen und bewege mich gleichzeitig in einem äußerst lebhaften Marktumfeld, das täglich neue Herausforderungen stellt.

Warum haben Sie sich für die Deutsche Bank entschieden?

Mir war wichtig, mich weiter mit mathematischen Themen zu beschäftigen. Im wirtschaftlichen Umfeld bieten Banken dafür die anspruchsvollsten Aufgaben und ich habe mich bewusst für die größte und führende Bank in Deutschland entschieden. Mein Start fiel in die Anfangszeiten der Finanzkrise – Mathematiker wurden damals händeringend gesucht und mir hat die Atmosphäre in der Bank von Anfang an gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier etwas bewegen und mitverändern kann.

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit bei der Deutschen Bank?

Ich beschäftige mich in meinem Job mit komplexen stochastischen Differenzialgleichungen, deren Implementierung einen direkten Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg unserer Kunden und natürlich auch der Bank hat. In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit Monte-Carlo-Simulationen von hochdimensionalen Problemen beschäftigt –Teile dieses Wissens kann ich auch heute noch einbringen. Bei der Modellierung von Zinswahrscheinlichkeiten arbeiten wir in manchen Fällen mit ähnlichen Modellen. Dabei spielen unterschiedlichste Variablen eine Rolle, die sich je nach Marktbewegung schnell ändern können. Es geht darum, profitabel zu arbeiten und gleichzeitig die Risiken zu managen. Hierfür entwickelt die Deutsche Bank ihre Modelle ständig weiter und hat daher immer Bedarf an Naturwissenschaftlern.

Welche Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach für ein erfolgreiches Berufsleben besonders relevant?

Wer als Naturwissenschaftler Interesse daran hat, ins Investmentbanking einzusteigen, sollte wissen, dass er in einem sehr lebhaften, von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen geprägten Arbeitsumfeld arbeiten wird. Unser Zinsderivate-Team ist im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Geschehen. Wir arbeiten an mehreren Screens mit immer aktuellen Daten, stehen im direkten Austausch mit unseren Coverage-Teams und mit den Kollegen in London und Singapur.

Überdurchschnittlich hohe fachliche Kompetenz ist eine unabdingbare Voraussetzung, aber man muss auch die Atmosphäre mögen und gleichzeitig in der Lage sein, konzentriert zu arbeiten und schnell zu reagieren.

Haben Sie einen persönlichen Rat an die Absolventen?

Ich kann nur allen empfehlen, vorab Praktika zu absolvieren und sich direkt einen Eindruck zu verschaffen, ob das Investmentbanking zu einem passt. Wir freuen uns über überdurchschnittlich ambitionierte und kompetente Bewerber mit hohem mathematischen Verständnis. Für uns entscheidend ist dann die innere Motivation, die jemand mitbringt. Wer bei uns erfolgreich sein möchte, darf nicht darauf warten, dass ihm Aufgaben zugeteilt werden – er sollte Begeisterung für seinen Job mitbringen und Lust darauf haben, selbst anzupacken.

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