Im Vorstand der KfW Bankengruppe: Einblicke.

Von Lisa Marie Dahlke,

"Entscheidend ist, sich selbst treu zu bleiben." - Frau Dr. Ingrid Hengster ist seit 2014 Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe und zuständig für die Inlandsförderung. Im Interview gibt sie einen Einblick in ihre Karriere im Unternehmen und verrät Tipps für Absolventen.

Frau Dr. Hengster, welche Stationen waren in Ihrer Karriere besonders wichtig?

Mit meinem Berufseinstieg bei der österreichischen Kontrollbank sammelte ich erste Erfahrungen in der Bankenwelt. Seitdem ist diese Branche für mich spannend und voller vielfältiger Herausforderungen. Das breite Spektrum wurde mir bei meinen nächsten Stationen in internationalen und deutschen Banken deutlich. Es war mir immer wichtig, mich weiterzuentwickeln. Letztlich habe ich mich so von der Spezialistin im Corporate- und Investmentbanking zu einer Führungskraft mit Verantwortung für große Einheiten entwickelt.

Haben Sie sich Ihre Karrierelaufbahn so vorgestellt? Was ist anders verlaufen als geplant?

Für eine Juristin ist der Weg in eine Bank sicher nicht der typische, dennoch habe ich früh Freude an dieser Branche gefunden. Ich finde es spannend, welche Möglichkeiten der Bankbereich bietet. Nach den ersten Schritten habe ich immer Chancen gesucht und diese auch ergriffen, wenn sie sich mir geboten haben.

Warum haben Sie sich für die KfW entschieden?

Die KfW war mir schon in der Zeit als Investmentbankerin gut bekannt. Die Mitarbeiter der Bank zeichnen sich nicht nur durch eine hohe Kompetenz aus, sie stehen auch für nachhaltiges Engagement und gesellschaftliche Verantwortung. Als eine der größten Förderbanken weltweit hat die KfW eine große Strahlkraft. Darüber hinaus wurde mir eine sehr attraktive Position angeboten, die mich noch immer fordert und an der ich große Freude habe.

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?

Als professionell arbeitende Förderbank stellt die KfW ein Bindeglied zwischen Politik und Wirtschaft dar. In meiner Rolle als Vorstandsmitglied schätze ich den Gestaltungsspielraum, durch den ich an gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland und Europa aktiv mitarbeiten kann, und zwar mit dem Know-how, das ich aus dem Banking mitbringe. Darüber hinaus schätze ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Kollegialität und Wertschätzung machen die KfW zu einem Ort, an den ich jeden Morgen gerne komme.

Welche Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach für ein erfolgreiches Berufsleben besonders relevant?

Im (Berufs-)leben läuft es nicht immer wie geplant, an manchen Stellen geht es nicht weiter, dafür entwickeln sich neue Chancen. Diese zu ergreifen, auch wenn sie nicht auf dem direkten Weg liegen, kann faszinierende und ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Daher denke ich, Neugierde, Interesse und lebenslanges Lernen, die Freude an Veränderung, Mut und die Fähigkeit auch mit Rückschlägen umgehen zu können, sind sehr hilfreich.

Haben Sie einen persönlichen Rat an die Absolventen?

Der Schritt in das Berufsleben ist sicherlich eine wichtige Veränderung im Leben junger Menschen und kann eine Weichenstellung für die persönliche Zukunft sein. Mit einer geschickten Wahl kann man seine eigenen Interessen und Stärken vertiefen und festigen. Dabei halte ich es für wichtig, sein Leben lang die Neugierde beizubehalten, und sich an ungewohnten Situationen zu probieren. Das Berufsleben ist lang, man sollte also nicht zu schnell nur auf ein Pferd setzen. Letztendlich entscheidend ist aus meiner Sicht, sich selbst treu zu bleiben und Freude an dem zu haben, was man macht.

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