Karriere bei der Hannover Rück: Einblicke vom Arbeitgeber.

Von Jana Teuber,

Mit welchen Vorurteilen die Hannover Rück zu Unrecht zu kämpfen hat und für welche Werte die Rückversicherung steht, erzählt Personalreferent Marc-Oliver Dorn im Interview.

Hallo Herr Dorn, was zählt mehr: Noten oder Persönlichkeit?

Noten allein sind bei uns nicht ausschlaggebend, denn die besten Noten nutzen nichts, wenn die Persönlichkeit nicht zu dem konkreten Job, in das Team und letztlich auch zum Unternehmen passt. Dennoch sind gute Noten auch ein Indikator, ob jemand für sich passende Lernstrategien entwickelt hat und abgeforderte Leistungen erbringen kann.

Welche Karriereperspektiven haben Berufseinsteiger bei der Hannover Rück?

Bei uns haben Mitarbeiter die Chance, langfristig Perspektiven zu entwickeln und zu Experten in ihren Fachgebieten zu werden. Ein Entwicklungsweg kann perspektivisch natürlich auch in Richtung Führungsposition gehen, und das unabhängig davon, ob man direkt oder als Trainee eingestiegen ist.

Durch unsere flachen Hierarchien ist allerdings die Anzahl der Führungspositionen beschränkt. Positive Folge der flachen Hierarchien ist dafür der direkte und schnelle Kontakt zu Entscheidern. Sich direkt mit dem Vorstand auszutauschen, ist bei uns normal.

Wie lang ist die durchschnittliche Beschäftigungsdauer von Ihren Mitarbeitern?

Das Rückversicherungsgeschäft ist langfristig und auch unsere Kundenbeziehungen sind langlebig. Für uns sind die Mitarbeiter mit ihren Expertisen, die sie sich über die Jahre aneignen, ein wichtiger Erfolgsfaktor. Daher bieten wir Rahmenbedingungen, die es auch Neueinsteigern erlauben, sich die notwendigen Kenntnisse durch eine umfangreiche Einarbeitung mit Schulungen, Onlinekursen und Hospitationen anzueignen.

Auf dieser Grundlage haben die Mitarbeiter die Chance, langfristig Perspektiven zu entwickeln und zu Experten in ihren Fachgebieten zu werden. Dies spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Beschäftigungsdauer wider, die aktuell bei rund 13 Jahren liegt.

Wie beeinflusst die Digitalisierung die Arbeit bei der Hannover Rück?

Die Digitalisierung ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und wird konsequent umgesetzt. Im Rechnungswesen haben sich Mitarbeiter beispielsweise in fachübergreifenden Teams organisiert und gemeinsam RPA-Prozesse (Robotic Process Automation) mit der IT entwickelt. Stark repetitive Aufgaben werden nicht mehr von den Mitarbeitern ausgeführt. Hierdurch haben die Mitarbeiter mehr Zeit, qualitativ hochwertigere Aufgaben zu übernehmen und können stärker in Projekten mitarbeiten. Denn genau hier brauchen wir die Expertise unserer Mitarbeiter.

Wie hoch ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit (Vollzeit)?

Wir haben eine 38-Stunden-Woche, Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit und insgesamt mehr als 300 unterschiedliche Teilzeitmodelle. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Telearbeit. Mehrarbeitsstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto erfasst und stehen Mitarbeitern für zusätzliche freie Tage oder für flexible Arbeitsbeginn- und Feierabendzeiten zur Verfügung .

Für welche drei Werte steht die Hannover Rück?

Die Hannover Rück steht für Professionalität, Verlässlichkeit und Pragmatismus.

Mit welchen Vorurteilen hat Ihr Unternehmen zu Unrecht zu kämpfen?

Da sind drei zu nennen: Dass es bei uns keine spannenden Aufgaben gibt, es sehr konservativ zugeht und die eigenen Kenntnisse für einen Einstieg bei uns nicht ausreichen.

Fast alles, was auf der Welt passiert, hat Auswirkungen auf uns: Bei einem Schadensereignis greift der Rückversicherungsschutz, den wir geben; gesellschaftlichen oder technischen Entwicklungen begegnen wir mit neuen Versicherungsprodukten, die wir mit Erstversicherern entwickeln. Daraus leiten sich aktuelle, komplexe und relevante Aufgaben ab.

Dass es bei uns nicht allzu konservativ zugeht, dazu tragen die Mitarbeiter selbst bei, denn bei uns in Hannover sind über 40 verschiedene Nationalitäten vertreten. Die kulturellen Unterschiede tragen zu einem lebhaften Austausch bei; eine Herausforderung, die aber auch Spaß macht.

Hochschulabsolventen kommen tatsächlich meist ohne Rückversicherungskenntnisse zu uns. Darauf sind wir eingestellt und bieten ein umfassendes Einarbeitungsprogramm durch Seminare und on the job an. Dadurch wird sowohl Absolventen als auch Quereinsteigern der Einstieg leicht gemacht.

Kann man bei der Hannover Rück auch im Ausland arbeiten?

Um international zu arbeiten, muss man bei uns nicht unbedingt ins Ausland gehen. Aufgrund der weltweiten Tätigkeiten, der auf dem gesamten Globus verteilten Kunden und den international sehr gemischten Mitarbeitern geht es auch am Standort Hannover sehr international zu. Unsere Underwriter in den Marktbereichen stehen im ständigen Kontakt mit den Kunden und besuchen diese regelmäßig. Auch die anderen Fachbereiche des Hauses arbeiten eng mit den Kolleginnen und Kollegen im Ausland zusammen, tauschen sich aus und arbeiten gemeinsam in Projekten.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im Rahmen von Entsendungen für mehrere Monate oder Jahre an einem unserer internationalen Stadtorte zu arbeiten. Im Rahmen der Trainee-Programme ist ein Auslandsaufenthalt von zwei bis drei Monaten beispielsweise fester Bestandteil der Ausbildung. Das kann dann auch mal in Tokio, Sydney oder Johannesburg sein.

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